Den Landrat mit Schutzhelm und der Schaufel in der Hand für den ersten Spatenstich, so hätte er ihn schon im Traum gesehen, merkte Norbert Neuberger, Vorsitzender des TV 1884 e. V. Großkrotzenburg, scherzhaft an im Hinblick auf die geplante Erweiterung der TV-Turnhalle. Alle bürokratischen Weichen seien dafür schon gestellt, berichtete er beim Jahresempfang im vergangenen November, nur warte der Verein noch auf die Genehmigung des Antrags durch den Main-Kinzig-Kreis. Mit einem genauen Datum konnte der Landrat des Main-Kinzig-Kreises, Thorsten Stolz, an diesem Vormittag zwar nicht dienen, doch versprach er eine baldige Rückmeldung. Denn immerhin, so betonte Stolz in seiner Festrede, sei Großkrotzenburg offensichtlich eine „kleine Gemeinde mit vielen sportbegeisterten Menschen“, wie der derzeitige Stand von 1007 Mitgliedern - Tendenz steigend - beweist. Damit liegt der TV ganz im Trend des MKK, der mit 578 Sportvereinen ein durchaus „sportlicher Landkreis“ sei, ergänzte Stolz. „Der TV leistet einen unschätzbaren Wert für die Gesellschaft“, so der Landrat, und das nicht nur im sportlichen Bereich mit seinen 11 Abteilungen und den breiten Angeboten für alle Altersgruppen, sondern auch im Bereich sozialer Kompetenzen, Leistung und Eigenverantwortung. Auch hier geht der TV mit gutem Beispiel voran: „Die Instandhaltungsarbeiten werden zu 90 Prozent von den Mitgliedern selbst erledigt“, betonte Neuberger.

Für die Zukunft des TV gab Stolz drei gute Wünsche mit auf den Weg: einen weiterhin guten Zusammenhalt, genügend Nachwuchs und die Bereitschaft, sportlicher Botschafter im Main-Kinzig-Kreis zu bleiben.

Landrat Stolz hatte nach seiner Festrede die ehrenvolle Aufgabe, vier Ehrenbriefe an Vereinsmitglieder zu überreichen. Eva-Maria Neeb erhielt den Landesehrenbrief für ihre 20jährige Tätigkeit im Vorstand des Turnvereins und für ihr kommunalpolitisches Engagement. Ute Böning, Horst Schmidt und Volker Suchland erhielten den Ehrenbrief des Main-Kinzig-Kreises für ihre langjährigen Tätigkeiten im Turnverein. Ute Böning hat die Tanzgarde, inzwischen eines der Aushängeschilder des Turnvereins, gegründet und steht seit langem dem Vergnügungsausschuss vor. Horst Schmidt stammt aus einer Turnerfamilie und ist dem Turnverein seit Jahrzehnten verbunden, zunächst als zweiter Vorsitzender, seit mehr als 20 Jahren als Abteilungsleiter der Abteilung Jedermannsturnen. Volker Suchland erhielt den Ehrenbrief  für seine Tätigkeit als langjähriger stellvertretender Abteilungsleiter Jedermannsturnen und seine Bereitschaft, seine Kenntnisse als Jurist miteinzubringen.

Bürgermeister Thorsten Bauroth würdigte in seinem Grußwort das Engagement der Mitglieder des TV, die den Herausforderungen der letzten 133 Jahre innovativ und flexibel begegnet seien. „Der TV hat viele Menschen für den Sport begeistert, Talente entdeckt und gefördert“, fasste er zusammen.

Im Anschluss an die Grußworte nahmen Norbert Neuberger und der zweite Vorsitzende Klaus Ehmes die Ehrungen der Jubilare vor:

Für 65 Jahre Mitgliedschaft wurde Dieter Löw geehrt, für 60 Jahre Horst Schmidt. Seit 50 Jahren im TV sind Waldemar Cwielong, Norbert Kessler, Bernd Ullrich und Margit Renger, seit 40 Jahren Waltraud Kopp, Ellen Peinelt und Karola Hohmann. Ihr 25-jähriges Jubiläum haben Elfriede Fischer, Patricia Kriegel, Katharina Kulick, Ralf Burghard, Anneliese Schilling, Edgar-Rainer Berberich, Philipp Wichmann, Ernst Radina, Ute Böning, Brigitta Frick, Andreas Blank, Karin Blank, Tobias Renger, Tamara Zoth, Petra Zoth.

Für seine unermüdlichen und langjährigen Verdienste rund um die Pflege und Instandsetzung des TV-Gebäudes wurde Karl Heinz Fehlinger zum Ehrenmitglied des TV 1884 ernannt. In der Abteilung Handball überreichte Herr Lampe für den Bezirk Offenbach-Hanau die silberne Ehrennadel an die Schiedsrichter Reinhard Pitterling und Stefan Ludwig. Reinhard Pitterling pfeift seit 40 Jahren, Stefan Ludwig ist zwei Jahre später dazugekommen, zeitweise waren sie als Schiedsrichtergespann unterwegs. Da Stefan Ludwig dafür unterwegs war, wofür er ausgezeichnet worden ist, nahm sein Vater Herbert Ludwig die Auszeichnung entgegen.

Die Teilnehmer des Sportabzeichens erhielten ihre Urkunden von Frank Schiffler und Martina Klassert, beide Sportabzeichenprüfer, darunter 16 mal Gold und einmal Silber.